Freitag, 11. Juni 2010

Guckt mal was ich gefunden habe: einen alten Post.

Den wollte ich im Februar oder März mal meiner Oma widmen. Die hat jetzt nämlich Internet und ich beginne zu stricken. Allerdings nur mit der Maschiene in der Uni. Aber da das soviel Spaß macht, wollte ich euch mal die Strickmaschienen in meiner Uni vorstellen:

Da ist sie: Knittax. Und genau die Geräusche gibt sie auch beim Stricken von sich. Lautes Knittaxen.
Zuerst muss beim Stricken der "Schlitten" auf die rechte Seite, mit dem Rädchen kann die Maschengröße verändert werden (kommt trotzdem noch auf das Garn an ;) von relativ eng (keine Jerseyqualität auf diesen Maschienen möglich, erst im 6. Sem) bis ganz grobmaschig und löcherig.
Die Anzahl an Nadeln, die man möchte, kommen nach vorn geschoben, die Nadeln ganz hinten ignoriert die Maschiene. Als Erstes wird ein oranger Faden eingelegt "Fremdgarn", sagt die Laborleiterin, um einen schönen Anfang zu haben. Dann wird ein Gewicht auf die Nadeln gehängt, damit sich die Maschen später nach unten ziehen und nicht von den Nadeln fallen. Wenn Maschen fallen... naja ihr wisst schon :) Das Gewicht wird aber erstmal weggeklemmt.
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Dann wird der Schlitten einmal von recht nach links geschoben (ist eben doch "Handarbeit" *höhö*). Die erste Maschenreihe bildet sich. Dann kann das Gewicht auch losgelassen werden und die Maschen schön nach unten ziehen.
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Jetzt werden 15-20 Reihen mit dem Fremdgarn gestrickt. Faden über die Nadeln legen, Schlitten drüber. Faden in die andere Richtung über die Nadeln legen, Schlitten drüber. Bei jeder Maschenreihe könnte man die Maschengröße verändern, dadurch können schöne "Ringel" als Struktur entstehen, ohne verschieden Garne nehmen zu müssen.
Auf dem Bild ist über dem Schlitten der Reihenzähler zu sehen, so muss man sich nicht merken, ob es jetzt 125 oder 126 Reihen waren. Der zählt immer, wenn der Schlitten an ihm vorbeigeht. Hilfreich!
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Da haben wir den Anfang aller Probleme: Fehler in den ersten Reihen. Deshalb das Fremdgarn, hier passiert es sehr leicht, das die Maschine noch nicht richtig will.
Wenn der Schlitten irgendwann wieder auf der rechten Seite ist, das Fadenende auch, kann man mit dem richtigen Garn beginnen. Der orangene Faden wird einfach hängen gelassen (ooch, der Arme) und das richtige Garne fängt an der selben Stelle an zu stricken. Einfach drüberlegen. Schlitten. Vom neuen Garn sollte man ca. 1 m mehr hängen lassen, um die Maschen später "abzuhäkeln", falls man eine geraden Abschluss möchte.
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Das ist die erste Reihe vom neuen Garn. Hier kann man super Maschenfüße und Maschenköpfe erkennen und... die Nadeln sind übrigens diese Häkelnadeln, die so geschlossen werden können, mit sonem Löffelding, dass immer zurück klappt. Mir fällt einfach der Name nicht ein..
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Immer weiterstricken, bis das Garn leer ist. Dann wird ein Neues genommen und einfach als neuer Faden eingelegt. Später werden solche Übergänge verhäkelt und verknotet.
Stricken bis die Oberarme wehtun! Der Schlitten geht manchmal sehr schwer über die Nadeln. Dann hilft Silikonspray, damit alles wieder "rutscht"... für ca. 3 min.
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Sollte das Gewicht am Boden ankommen, einfach andere Gewichte an die Seiten hängen. Hier wird mein Schal gestrickt. Einfach nur gerade aus. Ohne Muster, obwohl ich ja soviel machen könnte. Wollte aber nur einen dicken Schal für den Winter. Und Garn loswerden ;)
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Zum Schluss nimmt man in diesem Fall alle Gewichte ab, hängt die erste Maschenreihe von dem richtigen Garn auf die Nadeln (dann sind dort pro Nadeln zwei Maschen) benutzt noch einmal den Schlitten und hat den Anfang mit dem Ende verknüpft. Dann wieder großzügig Faden dran lassen und alles einmal abhäkeln.

Für den blauen Schal habe ich 1- 1 1/2 Stunden gebraucht der ging sehr schnell und ich war schlecht drauf. Da kann man gut, Wut und Kraft abbauen. Wie Sport :)
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Der graue Schal mit dem hübschen silbernen Lurexfäden (kratzt - hält warm. kratzt!) hat länger gedauert. Er ist fester gestrickt, breiter und noch eine Schlaufe länger um meinen Hals. Typisch für Berlin im Winter: Schlaufenschals ... wir sagen aber lieber Loopscarf zu... klingt cooler! :P
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1 Kommentar:

drachenmama hat gesagt…

Ja, Lurex kratzt leider - aba: Wer schön sein will, ist auch leidensfähig ;-)