Donnerstag, 29. September 2011

Holler

Ich war bei meiner Mama Holunderbeeren mopsen. In ihrem Garten wächst ein ziemlich großer Strauch, der leider nicht mehr sehr viele Beeren übrig hatte - gierige Vögel. Hinter ihrem Grundstück gibt es aber drei weitere Sträucher/Bäume, die glücklicherweise noch genug Früchte getragen haben. Alles meins. Mit einem Eimer der Klasse 5 habe ich die Beeren dann durch Berlin in mein Heim geschleppt, um die Schürze umzubinden und Holunderlikör draus zukochen.

Auf dem Balkon in der Sonne lässt sich das Beeren rupfen auch ganz gut aushalten. In meinen Topf habe ich ein Frühstücksbrettchen reingestellt, die Dolden festhalten und nun mit einer Gabel die Beeren abrupfen. Das klappt erstaunlich gut und ich habe weniger Zweigchen drin als die letzten Jahre, wo ich mit den Händen die Beeren grob abgefriemelt habe. Die verbliebenen Zweige stören auch nicht weiter, die werden eh ausgesiebt. Nach dem ganzen Gerupfe habe ich immerhin noch 1,5kg Beeren übrig gehabt. Und der Kompost freut sich über eine Vielzahl von Schnecken und Kriechzeugs (*uärgz) Bin hier in Berlin ganz schön verweicheiert mit dem Insektenekel, vorallem bei Spinnen (es war nicht nur eine zwischen meinen Beeren.)

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Die Beeren wurden dann knapp mit Wasser bedeckt und als es anfing zu blubbern habe ich das ganze noch 20 Minuten lang weiter gekocht. Das sieht lustig aus, das Wasser will hochblubbern, da die Beeren aber im Weg sind schäumt und bäumt sich alles erstmal auf bis es zusammenfällt. Guckt man dann mal zwei Minuten nicht hin, kocht mir natürlich alles über, Schmadderliese. Zucker gebe ich lieber erst später dazu, ich muss die "Abfallbeeren" nicht mitsüßen. Wäre sinnlos.

Ein Geschirrtuch habe ich mit Hilfe eines Gummibandes um den Kochtopf der Nachbarn gespannt. Jetzt werden die ganzen Beeren und der Saft umgeschüttet und noch ein wenig stehen gelassen bis der meiste Saft von alleine durchgetropft ist. Zum Schluss das Handtuch mit den Beeren auswringen.

Ein Rezept aus dem Internet schafft sogar noch Abhilfe für die Flasche Rum die hier seit Monaten rum-steht, nur weil mal ein Backrezept einen Schuss Rum wollte (der Kuchen hat nicht mal gut geschmeckt.) Die Beeren haben 1,5 Liter Saft ergeben, dazu kommen 600 Gramm Zucker und 4 Päckchen Vanillezucker. Das Ganze nochmal kurz aufkochen (viel Rühren). Nach dem Abkühlen 6 Tropfen Bittermandelaroma und 600 ml Liter weißen Rum hinzu. Ich habe den Rum mit den letzten 200ml Prima Sprit gemixt. Der wurde letztes Jahr nicht gebraucht und musste auch weg.

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Im Keller fand ich noch einen alten Emailletrichter, den mir meine Oma vererbt hat. In der Küche hatte ich neulich erst wieder feststellen müssen, dass mir ein Trichter fehlt, erst jetzt kamen Erinnerungen hoch. Rechtzeitig. Saft von meinen Topf in die Flaschen umfüllen ohne Trichter .. das wär ein Spaß geworden :) Ich habe alte Ketchupflaschen und Weinflaschen genommen. Die Etiketten ablösen war ein Drama, nur bei den Ketchupflaschen ohne Probleme. Etiketten problemlos von Weinflaschen abweichen - kannste knicken. Die nehmen Superkleber - meinem Stahlschwamm sind die zwar auch nicht gewachsen, machen aber unnötig Arbeit.

Die Flaschen mindestens vier Wochen lang kühl und dunkel lagern, meine kommen in den Keller und werden erst zu Weihnachten hervorgeholt. So jedenfalls der Plan.

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