Dienstag, 15. November 2011

Spatzen, Eulen und Elefanten im Stattbad

Weiter geht's mit Schmidt's Katzen: Natürlich gab es neben mir noch viele weitere Aussteller unserer Hochschule. Was mir gefallen hat will ich euch zeigen.

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Zeichnungen auf alten Buchseiten. Super, ich mag ja altes Papier.

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Dann kam die lange Galerie. Wir befinden uns gerade in der zweiten Etage. Unten ist das alte Schwimmbecken und oben an der Wand entlang kann man laufen. Und Bilder aufhängen.

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Da hätten wir zum Beispiel Bilder von Eulen. Ich bin ja nicht mehr geworden. Ganz toll. Nur in schwarz weiß gezeichnet und jede Federschuppe anders - die waren so toll. Zwischendurch ein paar dicke, kugelrunde Spatzen die den Po in die Luft strecken. Herrlich!

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Als nächstes: Fenster in allen möglichen Varianten. In den alten Rahmen wurden verschiedene Sachen ausprobiert - alles zum Thema Optik. Faszinierend war ein Bild aus Kreuzen, die erst beim schräg Draufgucken lesbar wurden. Ansicht -ssache. Eine Kassenbonrolle bildete die Visitenkarten, auf der eine Internetpage gestempelt war. Super Idee.

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Wäre ich nicht beim Modedesign geblieben, hätte ich auch Kommunikationsdesign studiert. Schwerpunkt Typographie. Was heißt Schwerpunkt, ich hätte den ganzen lieben, langen Tag *nichts* anderes mehr gemacht außer schreiben, Schriften angucken, Schriften entwickeln, Buchstaben malen, Zitate sammeln und das Ganze in ein vernünftiges Layout packen. Bei meinen Semesterarbeiten freue ich mich regelrecht auch darauf, endlich mit dem Layout anzufangen, wo kommt der Text wie hin, wirkt das dort gut, ist es lesbar und hübsch? Andere Schriftart? Was mach ich jetzt eigentlich fett gedruckt? Toll. Und liebe Kinder schreibt mal wieder mit der Hand, es ist gesund. :)

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In der Etage darunter gab's was zum Mitmachen. So etwas kommt immer am Besten an. Der Eine hatte Postkarten bedruckt zum mitnehmen (meine Schwester hat eine ergattert), bei mir durften die Skizzenbücher angefasst werden und für alle anderen gab es Punkte zum einkleben ins Berliner Straßen- und U-bahnnetz. Super Idee. Welcher ist der schönste Bahnhof? Wo gibt's den besten Mitternachtsimbiss? Längste Wartezeiten? Schöneweide war als kleines Kreuz unter den Fliesen vertreten. Frechheit. DAS hätte man schonmal deutlicher zeichnen können, hier ist doch unsere Uni, da gibt's ne Menge drüber zu berichten!


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In alten Duschkabinen wurden verschiedene Outfits arrangiert. Und mein Lieblingsteil von der Fashionweek Show der HTW. Die mitverantwortliche Dozentin war auch bei Schmidtz Katzen, konnte ich sie gleich mal ausfragen. Das rechte Teil ist also selbstgewebt aus 500 verschiedenen Stoffen, soweit so gut. Dafür haben die Mädels sich selbst einen Webrahmen gebastelt, der Rund geht, sodass das Teil keine Naht braucht. Über Blumentöpfe, damit die Form schön ballonig wird. Cool, oder?

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Eine weitere Bildergalerie gab es auch. Hübsche Zeichnungen wie ich finde, meine Schwester hatte dazu aber ganz andere Interpretationen... pff.

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Aus dem Fach für kreative Schnittgestaltung (so nenn ich's mal), gab es auch Sachen der Modedesigner anzugucken (dieses Jahr nicht unterrepräsentiert!). Die Denimteile wurde vor eine Wand drapiert, die Wand war von einer vorigen Ausstellung noch so.. da gab es auch erstmal Diskussionen, damit die jetzt nicht geweißt wird. :) Wie man's macht, macht man's verkehrt, dem einen nicht weiß genug, der andere brauch unbedingt weiß... Zum Beispiel die nächste Wand: die hatte das Stattbad Wedding extra nochmal geweißt (bei der Begehung sah das ganz anders aus) und so konnten sieben Kommunikationsdesigner direkt eine Unterwasserillustration draufmalen. Finde ich toll. Eher links gibts einen Elefanten mit einem Korken im Rüssel (Schwester: Warum hat der denn nen Korken im Rüssel? Ich: Na sonst kann der doch nicht Unterwasser sein!).

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Auf den Bildern vom letzten Post sind vielleicht die Besucher etwas zu kurz gekommen. Unser Raum war wirklich die ganze Zeit über gut besucht. Hier seht ihr mich im Gespräch mit der netten Designkonkurrenz der Udk ;) Es ist toll mit anderen Leuten Meinungen auszutauschen. Die letzten Bilder sind von meiner Nachbarin gemopst (dankeschön).

Sonntag, 13. November 2011

Das geht ja ab wie Schmidt's Katzen!

Zum Wintersemester veranstaltet der Fachbereich Gestaltung immer eine Erstsemesterparty für alle Neuankömmlinge. Das Tolle daran ist, dass es nicht nur eine Party ist, sondern die Alten Studenten ihre Werke zeigen und eine Ausstellung organisieren. Schmidt'z Katzen - Ausstellung mit Mucke.

Dieses Jahr wurde ich von einer Kommilitonin überredet, dass wir auch was machen. Die Modedesigner sind immer schrecklich unterepräsentiert.
Die Location im Stattbad Wedding war echt der Hammer. Perfekt für unsere Zwecke! Das Bad mit seinen ganzen Duschen und Umkleidekabinen wurde umgebaut, um besser für Ausstellungen genutzt werden zu können. Große Rigips Wände wurden aufgestellt, bei denen regelmäßig Bohrlöcher zugekleistert werden und die Wände wieder weißgestrichen. Oft darf deshalb auch direkt an die Wände gemalt werden, wenns dem Stattbad gefällt bleibts vielleicht noch länger dran :)

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Ich habe meine Zeichnungen und Illustrationen ausgestellt, dass ist das was eh Vielen an meinen Arbeiten gefällt, da habe ich keinen Stress noch was Neues zu machen. Trotzdem war es ein Drama die richtigen Bilder auszusuchen. Zuerst habe ich alle Skizzenbücher und Schubladen durchgeguckt und alles genommen was gefällt. Das zog sich dann insgesamt nicht so gut zusammen und war zu unruhig - gerade da ich auch nur die Bilderrahmen nehmen konnte die noch überall rumflogen. Später habe ich fast nur Porträts ausgewählt, ein bisschen Architektur aus London und ein bisschen Mode und noch weniger Tierzeichnungen.
Da ich bei der Begehung einen ganzen Raum für uns ergattern konnte, die andere Modedesignerin dann abgesprungen ist, habe ich meine Nachbarin bequatscht mitzukommen. Ganz schön doll bequatscht sogar. Hat aber geholfen und das Endergebnis zählt. Während Andere die ganze Woche schon die Ausstellung vorbereitet haben, sind ich und Frau Nachbarin 1 1/2 Stunden vor Eröffnung angereist, haben unsere Koffer geöffnet, Sitzkissen verteilt und Bilder an die Wand gehängt. Ganz einfach, ganz schnell und ohne große Katastrophen und Zeitinvestitionen. Meine Bilderanordnung hatte ich zuvor auf meinem Bett geübt.

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Von Kommunikationsdesignern habe ich dann noch gelernt, das diese wild gehängten Bilder eine "russische Hängung" sind. Unter meiner russischen Hängung habe ich noch einen alten Koffer mit einer schönen Uhr und eine Topfpflanze gestellt. Dazu ein paar Sitzkissen und dann meine schönsten Skizzenbücher in den Koffer.
Ich hatte im Vorfeld wirklich große Bedenken, ob ich mit meinen Skizzen nicht ein wenig doof dastehe. Gerade Kommunikationsdesigner ziehen ihre Projekte immer sehr professionell auf, ich war mir sehr unischer, ob ich da überhaupt in die Ausstellung passe. Und dann kamen die Besucher.
Meine Skizzenbücher Sitzecke kam richtig gut an. Die Kissen waren fast die ganze Zeit besetzt und einige habe ich sogar doppelt dort rumsitzen sehen. Einer hatte ein bisschen reingeguckt und ist dann erstmal aus dem Raum gegangen. Kam dann später nochmal wieder, um sich wirklich alle anzusehen. Es sah richtig gemütlich aus, wie vor dieser Wohnzimmerbilderwand mit Topfpflanze die Besucher saßen und gelesen haben.
Auch entgegen jeder Bedenken der Kritiker, ist den Skizzenbüchern nichts passiert. Ganz im Gegenteil. Die Leute die sich wirklich die Mühe gemacht haben, sich hinzusetzen haben mit sehr viel Vorsicht und Respekt in den Büchern geblättert. Im Gespräch mit Einigen kam auch raus, das sie es als sehr "mutig" empfinden, dass ich meine Skizzenbücher zeige, da sie das als sehr persönlich empfanden und niemals soviel von sich gezeigt hätten. Fanden es aber super interessant in den Büchern rumzuschmökern. Das ist das Ding mit den Skizzenbüchern: jeder will sich welche angucken, aber niemand will seine zeigen. Deshalb habe ich mich bewusst dafür entschieden sie zu präsentieren. Nächstes Jahr würde ich nur mehr Sitzkissen hinlegen. Gerne auch den ganzen Boden voll, dann geht niemand mehr aus unserem Raum. Aufgeschlagene Skizzenbücher sind auch super wichtig. Dann hatten die Leute nicht so Hemmungen rumzublättern, und eine Studentin erzählte mir auch, dass sie sich nur hingesetzt hatte, weil das aufgeschlagene Buch so schön aussah :)

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