Montag, 25. November 2013

Regionaler Kaffee-Ersatz aus Eicheln.

Zufällig bin ich über den Blogartikel von Annika gestolpert: ein ausführliches Rezept wie man aus Eicheln einen Kaffeersatz herstellen kann. Da ich keinen normalen Kaffee mag (außer den Geruch von frisch Aufgebrühtem), wollte ich dieses Rezept unbedingt ausprobieren. Denn wenn der Eichelkaffee nicht nach normalem Kaffee schmeckt, gefällt er mir vielleicht. :D

Über den Artikel bin ich leider etwas zu spät gestolpert, es gab kaum noch Eicheln. Die meisten in der Wuhlheide waren zertreten oder haben schon gekeimt. Im Hof steht eine Eiche, bei der hatte ich mehr Glück. Auch hier gab es viele keimende Eicheln, aber ein paar waren noch nicht so weit und konnten eingesammelt werden. Beim Rezept habe ich mich genau an Annikas Anweisungen gehalten. Nur die gerösteten Eicheln habe ich nicht klein bekommen, und das ganze mit einem Mörser zu zermahlen war mir zu mühselig. Meine Schwester konnte die geviertelten Eicheln in ihrem Mixer-Dings-Bums soweit zerkleinern, dass ich sie im Anschluss mit meiner elektrischen Kaffeemühle (die auch Puderzucker herstellen kann), wirklich klein bekommen habe. Die geviertelten Eicheln hatten sich davor immer verfangen, das hat nicht gut funktioniert. ;) Rausgekommen sind drei kleine Gläschen Eichelkaffee, die ich verschenken werde. Mir schmeckt der Kaffee leider überhaupt nicht - er erinnert mich zu stark an den üblichen Kaffeegeschmack. Freunde die schon an den gerösteten Stückchen gerochen haben meinten er rieche etwas nach Karamell - aus was dieses Zeug ist, was ich ihnen unter die Nase gehalten habe, ist allerdings keiner gekommen.


Donnerstag, 21. November 2013

Kleinigkeit

Ich habe einen neuen Werkstudentenjob. Ich finde gerade wenn man nur 2-3 Mal die Woche arbeitet und die restliche Zeit mit dem Studium beschäftigt ist, ist es enorm wichtig Ordnung zu halten. Ich muss genau wissen, was habe ich vor zwei Tagen gemacht und wo stehe ich überhaupt. Daher führe ich immer "Arbeitsbücher". Mit Post-its markiere ich die verschiedenen Arbeitsbereiche, z. B. gibt es einen Zettel mit "Photoshop, Illustrator, Indesign" - alles was ich mir für typische Arbeitsschritte/Problemlösungen notieren möchte kommt in dieses Kapitel. Ganz am Anfang sind Kontakte/Daten (Welche Telefonnummer rufe ich an, wenn ich krank bin? Wie ist meine Personal-ID für die Zeiterfassung?) und auch ganz wichtig ist die letzte Abteilung mit "To Do" (mit Datum, was muss ich noch alles erledigen + Schmierzettel was ich mir nur kurzzeitig merken muss). So ein Buch ersetzt lose Zettelsammlungen und ich kann kein wichtiges Dokument verschusseln, was vielleicht zwischen meine Studienunterlagen gerutscht ist. :)
Lange Rede kurzer Sinn: ich habe ein Accessoire für mein Buch gebastelt. Das Buch stammt von Ikea, die machen seit neuestem auch Büromaterial. Notizbücher, Post-its und Papierklebeband - ganz, ganz böse (an sowas kann ich einfach nicht vorbeigehen). Das Gummiband stammt von einer alten Sporthose mit Tunnelzügen und die Perlen sind 20 Jahre abgelagert aus meiner Kindheit. Ich habe Massen an Perlen, die einfach nicht weniger werden wollen - dabei bemühe ich mich stets den Bestand zu dezimieren. :) Und mit dem aufgemotzem Buch, macht die Arbeit noch mehr Spaß! :D


Dienstag, 12. November 2013

Brot backen mit Sauerteig

Seit ein paar Monaten backe ich regelmäßig mein Brot selber. Ich finde es immernoch erstaunlich, das ich für mein eigenes Brot nur Mehl, Wasser und etwas Salz brauche, quasi nur drei Grundlebensmittel. :) Angefangen habe ich im August mit meinem Sauerteigansatz - total einfach!

Sauerteig

Um meinen eigenen Sauerteig herzustellen hab ich in ein offenes Glasgefäß eine Tasse Mehl sowie eine Tasse Wasser gegeben und verrührt. Es ist ziemlich egal wie groß die Tasse/das Glas ist, hauptsache ihr benutzt ein gleichmäßiges Maß. Für den Sauerteigansatz nehme ich immer Weizenmehl, weiß nicht warum, aber meine Freundin, die einen Brotbackkurs besucht hat meinte das eben so. Die ersten 2-3 Tage lasst ihr das Gefäß offen und füttert täglich mit einer Tasse Mehl und einer Tasse Wasser. Die Bakterien, die so einen Sauerteig sauer machen holt sich der Teig in dieser Zeit aus der Luft. Am 4. Tag wird wieder gefüttert und das Glas geschlossen (aber nicht mit super-dichtem Gummiring o. Ä.) in den Kühlschrank gestellt. Wer den Sauerteig jetzt im Kühlschrank aufbewahrt muss ca. 1x die Woche füttern, umgerührt werden kann immer. Wer den Teig außerhalb des Kühlschrankes aufbewahrt muss weiterhin alle 1-2 Tage füttern. Auf dem Foto sehr ihr die Susi (Bakterienkulturen brauchen Namen, heißt es unter Sauerteig-Besitzern) und daneben einen großen Kaffepott, um die Glasgröße ungefähr abzuschätzen.


Den Sauerteig kann man gut an Freunde weitergeben oder sich sein eigenes Backup machen, indem man eine Portion dünn auf Backpapier streicht und die ganze Sache trocknen lässt. So ein Backup zu machen, um seine Bakterienkultur alle paar Monate zu sichern, ist super wichtig. Einigen passiert es wohl regelmäßig, dass sie den kompletten Sauerteig in ihr Brot backen, und nichts für einen weiteren Sauerteig übrig lassen. Und falls der Teig mal "zu sauer" wird, kann man nochmal mit dem Backup von vor 4 Monaten neu beginnen. Gesehen habe ich diese Backup-Variante bei Lisa. Den ein oder anderen Sauerteig habe ich so auch schon an Freunde weitergegeben. Wenn ihr so einen getrockneten Sauerteig bekommt, müsst ihr ihn knapp mit Wasser bedecken und ihn auflösen. Ich empfehle ihn 1-2 Tage außerhalb des Kühlschrankes zu stellen, geschlossen in einem Gefäß, täglich zu füttern, um ihn gleich etwas größer zu machen. Danach kommt auch dieser Sauerteig in den Kühlschrank und wird nur noch 1x die Woche gefüttert. Für jedes einzelne Brot wird kein neuer Sauerteig angesetzt, da "alte" Teige mit der Zeit immer fluffigeres Brot machen und besser aufgehen.



Brot backen

Es gibt zig Varianten ein Brot zu backen. Meistens schwören alle auf bestimmte Ruhepausen beim Backen. Teig kneten, 3-4 h gehen lassen, dann 8-12 h in den Kühlschrank, dann 3-5 h ruhen lassen und dann in den Ofen. Insgesamt 19h gehen lassen sind für mich zu aufwendig. Halte ich auch für übertrieben. Die ersten Male habe ich abends einen Vorteig angesetzt, am nächsten Morgen dann den vollständigen Teig geknetet, diesen 3-4 h gehen gelassen und kurz vorm backen nochmal 1 h im Ofen ruhen lassen. Ich muss sagen geschmacklich fand ich keinen Unterschied zu Teig kneten, 5-6 h gehen lassen und backen. Ist auch nicht so ein großes Trata, es soll ja nur Brot rauskommen. :) 

400g Sauerteig
950g Mehl
500ml Wasser
2-4TL Salz

Zuerst werden alle Zutaten zu einem Teig verknetet. Brotteig ist eher klebrig und macht eine riesen Sauerei an den Händen. Am besten ist es die Formen schon vor dem Kneten vorzubereiten. Früher habe ich entweder eine Kastenkuchenfrom mit Backpapier ausgelegt, oder das Brot einfach auf dem Blech geformt. Das läuft im Ofen dann immer etwas in die Breite und ergibt eher Brotfladen als Brot. :D Schmeckt aber auch. Zu meinen Geburtstag habe ich diese super praktischen Brotgärkörbchen aus Holzschliff bekommen. Das mit der Ähre ist für ein 750g Brot und das Ovale für ein kleineres 500g Brot. Mit den Teigangaben von oben bekomme ich beide Körbchen gut voll. Die beiden Formen werden bemehlt, dann der Teig geknetet und dieser dann in die Formen gepatscht.
Beim Mehl nehme ich meist eine 50:50 Mischung zwischen Dinkel- und Roggenmehl. Das ist aber nach Gefühl. Ich denke es wäre auch spannend ein pures Roggen und ein pures Dinkelbrot zu backen und diese dann zu vergleichen.



Zum Teig können natürlich noch weitere Zutaten gegeben werden. Heute gibt es ein Brot mit Sonnenblumenkernen und eines mit Mohrrüben. Sonnenblumenkerne und Röstzwiebeln habe ich bereits ausprobiert und für gut befunden. Das mit Möhren ist neu und der Teig war zuerst zu feucht. Habe dann noch etwas mehr Mehl hinzugegeben. Ich hoffe es wird schön saftig, ohne innen nass zu bleiben. Haselnüsse möchte ich auch noch mitbacken. Hier habe ich den Tipp bekommen bei den Nussbroten, einen Teil des Mehles durch gemahlene Nüsse zu ersetzen. Das gibt dann ein noch kräftigeres Aroma.


In das Brot stecke ich jetzt Spieße und stülpe eine Plastikfolio/-Tüte drüber. Wenn man keine Spieße verwendet wird die Tüte vom Brot angesaugt und klebt dann am Brot. Gibt eine kleine Schweinerei - auch das habe ich bereits ausprobiert. Über die Tüten kommen dann noch Geschirrhandtücher und die ganze Sache lasse ich dann 5-6 h an einem warmen Ort ruhen.


Danach werden die Brote auf ein Blech gestürzt und meistens schneide ich sie noch ein. So gebe ich vor, wo die Kruste einreißt, falls sie muss. Bei den ersten Malen hatte ich oft kurz übern Boden einen langen Riss. Das Ganze wird nun großzügig mit Wasser besprizt und in den vorgeheizten Ofen gegeben. Ich benutze Ober/Unterhitze mit folgenden Temperaturen:

250°C die ersten 15 Minuten
200°C die nächsten 20 Minuten
180°C die letzten 20 Minuten

Zwischendurch mache ich die Brote regelmäßig nass für eine bessere Kruste. Mindestens in den Pausen wo ich die Temperatur runterdrehe, manchmal auch öfter, je nachdem was ich nebenbei mache. Und wenn dann alles gut geht, habt ihr jetzt ein Brot. Wenn ihr die noch warmen Brote rausnehmt und auf den Boden klopft muss ein hohler Klang entstehen, dann ist das Brot auch ganz sicher durch. (Edit: was ihr auch noch machen könnt, ist eine Wasserschale mit in den Ofen stellen. Das sorgt für noch mehr Luftfeuchtigkeit.)




Edit: So sehen die fertigen Brote dann aus. Das Karottenbrot ist wirklich schön saftig geworden! Es war etwas zu feucht, da hätte ich ruhig noch mehr Mehl zugeben können. Ist ganz schön in die Breite gegangen, ich denke der Sauerteig ist jetzt richtig gut. Es gab das erste Mal Platzprobleme im Ofen. ;) Rechts ist ein Zwiebelbrot, dass ich vor 1-2 Monaten gebacken habe. Da ist das Innere vom Brot noch recht fest, aber wie gesagt: je älter der Sauerteig, desto fluffiger das Brot.

 Ich schneide das Größere in Scheiben, friere diese ein und esse das Kleine auf. So muss ich nicht wöchentlich ein Brot backen, sondern kann alle 2-3 Wochen gleich zwei backen und spare Zeit sowie Energie. Die Scheiben vom Eingefrorenem stecke ich kurz in den Toaster und habe dann aufgetautes, frisches und warmes Brot zum Frühstück.

Viel Spaß beim Backen!