Dienstag, 14. Januar 2014

Ist eine Biokiste besser als Biosupermärkte?

Ich bin ein großer Fan von regionalen Biokisten wie die Abokiste vom Hof Apfeltraum oder die Märkische Kiste für die Region Berlin/Brandenburg. In meinem Freundeskreis werde ich sehr oft auf sie angesprochen und habe auch schon zwei Pärchen überzeugen können, so eine Kiste einfach mal auszuprobieren. Oft werde ich dann gefragt, warum so eine Kiste so teuer ist, im Vergleich zu Biosupermarkt und Biogemüse aus einem normalem Supermarkt.

Ich empfinde den Preis für so eine Kiste sehr angemessen, gerade da die kleinste Kiste bei mir für zwei Wochen reicht. Jedes Mal bekomme ich einen ausführlichen Lieferschein mit, der mir genau sagt was ich woher bekommen habe. Nicht alle Produkte kommen vom Hof Apfeltraum, es wird mit anderen Erzeugern aus Brandenburg kooperiert. Auf der Seite Hofladen-Bauernladen oder in meinem Fall über einen kleinen Umweg zur Erzeugerliste vom Märkischem Landbrot, finde ich genau den Bauernhof der mein Gemüse produziert. Diese extrem hohe Tranzparenz habe ich in einem Supermarkt nicht! Teilweise sind die Produkte noch mit "regional" gekennzeichnet, aber ob regional Brandenburg ist, oder regional Deutschland ist, im Vergleich zu Äpfeln aus Neuseeland, wird nicht ersichtlich.
Regionalität und auch Saisonalität sind mir extrem wichtig. Ich möchte verhindern, das mein Essen viele Kilometer zu mir zurücklegt, wenn im Umland genug Lebensmittel produziert werden können. Exotische Sachen wie Südfrüchte und tropische Früchte muss ich hiervon ausnehmen. Im Winter sind Südfrüchte wie Apfelsinen und Zitronen als Vitamin C Lieferant wichtig und können unmöglich in Deutschland produziert werden. :) Hier werde ich nicht stur auf meine Ansprüche bestehen, sondern Kompromisse eingehen. Das Ziel ist es weniger Obst aus entfernten Ländern zu konsumieren, um meine Gesundheit nicht zu gefährden und Abwechslung in den sehr Kohl- und Rübenlastigen Winter hineinzubringen.
Hauptargument bei der Wahl unserer Lebensmittel (und überhaupt aller Konsumwaren) ist der Preis. Jedenfalls ist das der Punkt auf den ich am meisten angesprochen werde. Ich habe mir mal meine letzten zwei Lieferscheine genommen und bin in andere Supermärkten gegangen, um Preise zu vergleichen.

Die angegebenen Preise beziehen sich immer auf ein Kilo. Als Endsumme zusammengerechnet habe ich nur die Sachen die es in allen vier Supermärkten gab (schwarze Schrift) und ich bin davon ausgegangen, dass ich von allen Lebensmitteln auch ein Kilo kaufe. Das ist natürlich kompletter Unsinn, ein Kilo Feldsalat sind bestimmt zwei Eimer voll. Graue Sachen sind von der Rechnung ausgenommen.
Die Bio Company ist im Vergleich zur Biokiste 2,57€ billiger, denn's jedoch 3,83€ teurer als die Kiste. Rewe bietet im Vergleich hierzu unschlagbare Preise. Überraschend ist es, dass die Pastinaken/Petersilienwurzeln bei Rewe am teuersten sind. Andere Punkte die mir in den Supermärkten nicht so gefallen haben sind die Birnen der Bio Company, die aus Italien kommen oder dass es bei denn's und Rewe den Feldsalat nur in Plastikschälchen gibt. Sehr negativ aufgefallen ist das Fehlen vom Grünkohl in jedem Supermarkt. Grünkohl ist in Deutschland so ein typisches Wintergemüse für die Monate Dezember und Januar, ich hätte nicht erwartet, das ich ihn nur in meiner Biokiste bekomme. Bei den Schwarzwurzeln hätte ich auch erwartet, sie in den Biomärkten zu finden, für mich sind Schwarzwurzeln irgendwie ein "Bio-Trendgemüse" :D

Insgesamt finde ich es sehr spannend wirklich die Preise genau zu vergleichen. Gegen vage Äußerungen wie "die Biokiste ist viel teurer als die Bio Company" kann ich jetzt viel besser argumentieren. Denn so groß ist der Unterschied eben nicht, und mir ist es wichtiger, mein Gemüse saisonal aus der Region Brandenburg zu bekommen.

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